Aqui – Hamburg

“HIER!” rief der Ober, “Hier gibt es noch freie Tische mit Blick auf die Leinwand!” Wenn es etwas gibt, was ich nicht will, dann ist es der freie Blick auf ein Fußballspiel beim Abendessen. Aber so richtig frei ist der Blick vom einzig freien Tisch doch nicht, denn er steht direkt unter der Leinwand. Und für den Stuhl ist auch kein richtiger Platz. Wenn man sich aber sowieso nicht für das Spiel interessiert, dann hat man ganz andere Möglichkeiten, und so saß ich mit dem Rücken zur Leinwand, mit viel Platz um mich herum und genoss den Ausblick auf 50 Fußballfans, die glücklicherweise nur das Spiel sehen wollten, am Ausgang der Partie aber offensichtlich kein persönliches Interesse hatten.

(Der Tisch unter dem Bild war für den Abend meiner…)

“Hier” lautet auch der Name des Restaurants im neuesten Stadtteil “Schanzenviertel” in Hamburg (seit dem 1. März 2008 ist das Schanzenviertel ein offizieller Stadtteil Hamburgs), in das mich vor Kurzem meine Suche nach einem genießbaren Restaurant geführt hatte. Bevor ich hier eintrat, hatte ich einen kleinen Rundgang durch das Viertel gemacht, um mir einen Überblick zu verschaffen. In dieser Gegend werde ich wohl noch öfter mein Glück versuchen.

Das Aqui bezeichnet sich selbst als Portugiesisch-Spanisches Restaurant und Tapas-Bar, und genau so sieht auch die Speisekarte aus: Man findet einen bunten Querschnitt durch die Küche der Iberischen Halbinsel, und vor allem der Fischbereich ist breit vertreten.

Meine Hauptspeise ist schnell gewählt: Ein Fischertopf in der Cataplana, eine Wok-förmige Kupferpfanne mit Deckel, in dem die Speisen sanft vor sich hingaren können.

Die Frage ist jetzt: Was kann ich mir zu dieser umfangreichen Hauptspeise noch gönnen, ohne nachher ins Hotel zurückrollen zu können? Mehrere Tapas (für die ich eigentlich gekommen war) scheiden aus, daher entscheide ich mich für “Frango em piri piri”, also Hähnchen in einer angeschärften Sauce. Als Getränk lasse ich mir auf Empfehlung des sehr netten Kellners einen vinho verde und ein Wasser bringen.

Dass mir nach meiner Wahl frisches Weißbrot mit Aioli und Oliven als Appetizer auf den Tisch gestellt werden versteht sich von selbst. Und dieses Brot nutze ich dann auch, um die richtig leckere Sauce (eigentlich ist es eher eine Suppe) des Hähnchens restlos genießen zu können. Das war schon einmal ein verheißungsvoller Start in den Abend.

Inzwischen ist die Halbzeit in dem Fußballspiel angebrochen, und man merkt, dass auch auf Premiere die Lautstärke der normalen Beiträge abgesenkt werden, um dann die Werbung umso lauter abspielen zu lassen. Zum Glück wird der Ton für die nächsten 15 Minuten auf ein erträgliches Maß abgesenkt.

Die “Cataplana a pescador” besteht aus einem halben Hummer, Sepia, verschiedenen Muscheln und Scampi, die in einer Weißwein-Tomatensoße gedünstet werden. Als “Sättigungsbeilage” finden sich Paprikastückchen, Zwiebelringe und Kartoffel in der Brühe. Zum Glück ist der Hummer fachgerecht zerlegt und auch die Scheren sind schon aufgebrochen, so dass ich das sonst übliche Hummerbesteck nicht benötige. Und was das Wichtige ist: Der Hummer ist zum richtigen Zeitpunkt in die Brühe gegeben worden, er ist nicht zäh – was ja bei diesen Speisen leicht passieren kann.

Die zweite Halbzeit ist inzwischen wieder in vollem Gange, irgendjemand wird vom Platz gestellt, und seine Mannschaft verliert trotzdem. Die Stimmung im Raum ist immer noch locker und gelöst, und daher lasse ich mich auch gerne noch zu einem Espresso überreden.

Mein Fazit: Der Abend hat gepasst, das Essen hat geschmeckt, hier werde ich wohl wieder aufschlagen.

Heut’ geht’s mir gut! 😎

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