Audi TT Coupe FSI

Wissen Sie, was herauskommt, wenn man einen 147kw-Motor in ein 1.5t Fahrzeug einbaut? Na ja, zuerst einmal natürlich ein Leistungsgewicht von 10kg/kw.

In Wahrheit aber kommt nur eines heraus:

S P A S S ! ! ! ! !

So richtig viel Spaß, in einer Form, die ich bisher nur von “M”, “S”, “RS” oder
“AMG”-Fahrzeugen gekannt habe. Mit einer Einschränkung: Die genannten Autos haben normalerweise ein der Grenzleistung angepasstes Fahrwerk. Der mir zur Verfügung gestellte Audi TT Coupe aber ist erst einmal ein ganz normales Auto, mit Automatik, allen Annehmlichkeiten, die man heute braucht wie Klimaanlage, CD/MP3-Radio mit Navigation und hinreichend Platz für das Gepäck eines Pärchens. Theoretisch ist dieser Wagen ein 2+2-Sitzer, wenn ich mir den Sitz aber so einstelle, dass ich bequem und der Leistung angemessen sitze, dann hat hinter mir niemand mehr Platz. Außer dem Handgepäck, an das man aber ohne Verrenkungen nicht drankommt. Wenn man die Rückbank umlegt, dann hat man statt der 290 Liter Kofferraum immerhin 700 Liter zur Verfügung. Das reicht dann wirklich für den Wochenend-Ausflug. Oder das Golfgepäck.

Die Türen öffnen weit, man kann wirklich bequem einsteigen – wenn nicht der Wagen auf dem nächsten Parkplatz zu nahe geparkt hat. Dann hat man mehr oder weniger Probleme, in das Auto hineinzukommen. Aber dem kann man ja vorbeugen.

Ist der Sitz eingestellt, das Ziel ins Navi eingegeben und die Freisprecheinrichtung des Telefons aktiviert geht es los. Bei niedrigen Drehzahlen ist der Motor etwas rauh, das gibt sich aber. Er klingt fast wie ein Diesel, was wohl an FSI liegt – oder daran, dass ich in letzter Zeit sehr selten einen Vierzylinder gefahren bin…

Auch wenn die Karosserie nicht so aussieht, ist eine Eingewöhnungszeit nicht notwendig, die Rundumsicht ist trotz des Coupe-Charakters sehr gut. Nur der Innenrückspiegel könnte etwas größer sein. Die Lenkung ist angenehm direkt, das Lenkrad liegt satt in der Hand. Direkt unter den Fingern liegen griffbereit die Paddles für die Schaltung. Links zum Herunterschalten, rechts zum Hochschalten. Allerdings ist die Steuerung der Schaltung so programmiert, dass das herzhafte Betätigen des Gaspedals einen schnelleren Effekt hat als das Schalten per Hand: Der Motor nimmt sofort Drehzahl an, und durch die schnelle Reaktion der Automatik wird das auch sofort in Vorwärtsdrang umgesetzt. So sehr, dass die Schlupfregelung selbst bei trockener, warmer Straße stark mit der Leistung zu kämpfen hat. Das Anfahren an Ampeln wird so leicht von einem Quietschen der Reifen begleitet. Sehr ungewöhnlich ist das automatische Gasgeben des Motors beim manuellen Herunterschalten. Dieses nutze ich, um mit Hilfe der Motorbremse die Geschwindigkeit zu reduzieren, auf gut Deutsch: Um zu bremsen. Das wird natürlich durch das Gasgeben konterkariert. Genauso ungewohnt, wenn nicht unsinnig, ist die Tatsache, dass das Getriebe beim manuellen Schalten erst einmal in den fünften Gang geht. Selbst wenn man vorher schon im Dritten war…
Richtig in seinem Element ist der Wagen, wenn er hochtourig auf der Autobahn oder um Landstraßenkurven bewegt wird. Er hängt so willig am Gas, dass es eine Freude macht. Bei wirklich schneller Fahrweise ist er wunderbar zwischen Unter- und Übersteuern alleine durch das Gaspedal zu steuern. Das bewirkt ein fast Gokart-ähnliches Fahrverhalten. Mit dem Unterschied, dass der Wagen interessanterweise keinerlei Ansätze zeigt, den allfällugen Spurrillen auf der Autibahn zu folgen, selbst wenn man es etwas flotter angehen lässt. Immerhin zeigte der Tacho nicht nur einmal knapp 250 an… ohne großen Anlauf.
Wenn man jetzt noch berücksichtigt, dass ich trotz meiner Fahrweise auf 380 Kilometer nur knapp 29 Liter gebraucht habe, dann ist das wahrlich kein schlechter Wert.

Natürlich gibt es auch Negatives: Ab Tempo 100 pfeift etwas ganz durchdringend. Auch das Öffnen und Schließen von Türen und Fenstern sowie der Heckklappe hat keine Abhilfe gebracht. Als Fahrer fehlt mir die Stütze für den rechten Arm bei längeren Autobahnstrecken. Und dass die Standard-Sitze für meine Oberschenkel zu kurz sind – nun, das ist ja in fast allen Fahrzeugen so, darüber will ich gar nicht lamentieren. Dass aber die Schultern durch die Sitze nach vorne gedrückt werden, das stört wirklich.

Fazit: Dieser Wagen macht Spaß. Und wenn ich mir denn überlege, diesen Wagen meinem Fuhrpark einzuverleiben, dann werde ich mir bei Audi einfach einmal die Extras ansehen, die es laut Konfigurator gibt, die meine Problemchen mit großer Wahrscheinlichkeit aus der Welt schaffen.

Heut’ geht’s mir gut! 😎

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