Die Mosel – von der Mündung bis zur Quelle, Tag 4

Okay, okay, wir sind schon länger an der Quelle der Mosel vorbei, aber Spaß macht es immer noch. Alle Töffs laufen, wie sie sollen, niemand hat einen Kater (woher auch, bei der trockenen Verpflegung…), das Frühstück war… nicht der Rede wert.

Der letzte Tag unserer Reise hatte begonnen, und es war klar, dass wir nach dem ersten Teilstück in Neuf-Brisach mit Klaus den nächsten Mitfahrer verlieren werden. Manchmal kommt einem halt der Job dazwischen. Da er es eilig hatte, fuhren wir mit TomToms Hilfe den direkten Weg nach NB, was leider auch bedeutete, dass wir ein ganzes Stück autobahnähnliche Routes nationales fuhren. Irgendwann aber kamen wir dort an.

Mir hat diese Stadt bei meinem ersten Besuch 1972 (ächz!) schon imponiert, und daher wollte ich auch meine Mitfahrer daran teilhaben lassen. Nur sieht man leider die Wehranlagen viel besser aus der Luft als vom Motorrad. Daher genehmigten wir uns einen Kaffee, sagten Adieu und fuhren unserer getrennten Wege.

Unsere Strecke führte uns zuerst einmal über den Rhein nach Breisach. Am Rheinübergang sahen wir, welche Touristenmassen sich nach Frankreich ergossen: Autos über Autos, Fahrräder, Fußgänger und Unmengen an Motorrädern. Wir waren ganz schön glücklich, dieser Meute entronnen zu sein. Allerdings: Was würde uns im Schwarzwald erwarten? Ist der eventuell genauso überlaufen?

Zuerst einmal ging es über die Dörfer am Kaiserstuhl entlang. Ihringen, Wasenweiler, Bötzingen, alles Orte, in denen man einen guten Tropfen zu bereiten weiß, und in denen man auch überall gut essen kann. Was wir aber angesichts der frühen Tageszeit nicht vorhatten.

 

 

Statt dessen bogen wir nach Osten ab in Richtung Freiburg, und damit begann eine Odyssee von Umleitungen. Zuerst einmal war der Zubringer zwischen Benzhausen und Gundelfingen gesperrt – also mussten wir durch Freiburg fahren. Dann kamen wir auf die B294, mussten diese aber schon bei der ersten Ausfahrt Waldkirch wieder verlassen, da sie vor Elzach voll gesperrt war. 🙁

Die Umleitung führte uns über Straßen, die ich als Streckenverantwortlicher niemals herausgesucht hätte: Lörch, Sexau, Keppenbach, Reichenbach, Freiamt, Schweighausen (hier war mein Tank fast leer…), Welschensteinach und Steinach im Kinzigtal nach Haslach.

Göttliche Motorradstrecken, viel Spaß, viele Kurven, leider herrschte auch hier ein nicht so guter Straßenzustand vor. Man konnte nie sicher sein, ob nicht mitten in der nächsten Kurve ein Bitumenpflaster auf die Straße geklebt war. Aber irgendwie kamen wir an, auch wenn wir die letzten Kilometer hinter einer Schlange von Dosen herfuhren, die sich strikt an die Geschwindigkeitsbeschränkung von 30km/h hielten… Überholen war nicht drin, zu kurz waren die Abstände zwischen den Autos, und vor allem waren da zwei in der Schlange, die die ganze Zeit Anstalten machten, ebenfalls zu überholen. In so einem Fall bleibe ich lieber hinten, als irgend etwas zu riskieren. Und wir sind ja trotzdem irgendwann angekommen. Und nutzten in Hausach die erste sich bietende Gelegenheit, die Mopeds aufzutanken.

Die B294 war in diesem Bereich richtig voll, Spaß machte es nicht, auf ihr zu fahren. Daher entschieden wir kurzfristig, in Wolfach auf die L96 abzubiegen und den idyllischen Weg über Oberwolfach, Schapbach, Bad Rippoldsau und Zwieselberg nach Freudenstadt zu nehmen.

In dem malerischen Weiler Zwieselberg kehrten wir denn auch im Hotel Hirsch zum Mittagessen ein. Und wie es sich für ein richtiges badisches Schwarzwald-Gasthaus gehört, gab es Rehragout mit frischen Pilzen (leider nur Champignons) und selbstgemachten Spätzle. Wobei wir gemeinsam zu der Überzeugung kamen, dass meine besser sind. 😉

Irgendwann rafften wir uns dann auch wieder auf, um die Schlussetappe anzugehen: Zuerst den Katzensprung nach Freudenstadt, und dann die super ausgebaute, zum Glück fast leere B294 in Richtung Pforzheim. Gaaaanz lange Kurven, breite Straßen, kaum Verkehr, so gut wie keine Beschränkungen, auf einer solchen Strecke kann man leicht Kilometer reissen und dabei auch noch Spaß haben. Dass es auch einige Motoradfahrer gibt, die den Spaß etwas übertreiben und auf der letzten Rille die Strecke durchrasen, sah man an den schwarzen Streifen, die sich durch ALLE Kurven zogen. Ich meine jetzt nicht Bremsspuren, sondern ganz dünne schwarze Striche, die übrigbleiben, wenn man aus einer Kurve heraus extrem beschleunigt.

Diese Striche meine ich – die meiner Meinung nach ausschließlich auf der Rennstrecke etwas zu suchen haben. Wir blieben zum Glück vor solchen Zeitgenossen verschont und konnten die Strecke in aller Ruhe (was man so Ruhe nennt…) genießen.

Ab dem Ortseingang Pforzheim war es dann nicht mehr so prickelnd, jetzt machte sich der Auflugsverkehr doch bemerkbar. Durch Pforzheim durch ging noch gerade so, aber die Strecke über Bretten (wo uns Klaus als drittletzter verließ) nach Bruchsal war nur unangenehm. Selbst wenn wir dort zu zweit ganz anders fahren konnten als in einer größeren Gruppe, war es halt doch nicht empfehlenswert, allzu sehr zu rasen.

Ab Bruchsal ging es dann über die B35 nach Germersheim, wo wir wieder auf kleinere Strecken auswichen und über Lingenfeld, Schwegenheim, die Aumühle und Meckenheim zurück zum Ausgangspunkt fuhren.

Was bleibt zu sagen? Das ist ein wunderschönes, anstrengendes, erholsames, Freundschaften förderndes Wochenende gewesen, und eigentlich steht jetzt schon fest, dass wir ähnliche Touren auch in Zukunft sicher wieder durchführen werden. Annecy und die Pässe der Gegend rufen…

Und weil es mir so gute Dienste geleistet hat, kommt hier noch ein Bild meines Babymonsters:

Heut’ geht’s mir gut! 😎

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