Kanne – Deidesheim

Vor Kurzem hat uns mal wieder die Lust auf die Kanne in Deidesheim ereilt. Kurzentschlossen sind wir dort hin gefahren, und hatten Glück, denn bis auf “unseren” Tisch war wieder einmal alles belegt. Auf ein Menü hatten wir keine Lust, daher haben wir uns ein paar kleine Schmankerl aus der wie immer sehr schönen, regional orientierten Karte herausgesucht.

Als Gruß aus der Küche gab es einen “Karottensalat mit Schinkenschaum”, der schon optisch Lust auf mehr machte. Wie immer kam dieser Gruß für alle Teilnehmer auf einem Teller drapiert.

02-Karottensalat

Nach diesem Starter ging es dann mit einer Auswahl an Vorspeisen weiter, wobei wir des Öfteren ein ganzes Menü aus Vorspeisen zusammenstellen, daher ist das nichts ungewöhnliches.

In der Karte war uns der “Forellentatar” ausgefallen, und dieser präsentierte sich auch sehr ansprechend. Wobei der Geschmack die Optik noch übertroffen hat. 🙂

03-Forellentatar

Parallel dazu gab es einen “Salat mit glasiertem Gemüse”

06-Salat mit glasiertem Gemüse

sowie einen “Krabbencocktail mit Spargel”,

04-Krabbencocktail mit Spargel

eine alte, aber nichts desto trotz interessante Zusammenstellung.

Als Hauptspeisen kamen zwei sehr bodenständige Gerichte daher, zum Einen “saure Kutteln in Rahmsauce”,

05-saure Kuttelnein Gericht, das ich nicht unversucht auf einer Karte stehen lassen kann. Und es hat sich gelohnt: Mit genau dem richtigen Biss, schön durchgezogen und auf den Punkt richtig gewürzt, so dass sowohl der typische Kuttelgeschmack als auch die Saucenkomposition schön zur Geltung kamen.

Der zweite Hauptgang war noch bodenständiger: “Kalbsschnitzel mit Currywurst”.

07-Kalbsschnitzel und CurrywurstNa ja, ein Hauptgang war das natürlich nicht. 🙂 Durch die Vorspeisen langte es allerdings vollkommen aus. Die Currywurst war aus Kalbfleisch hergestellt, dadurch stimmte auch die Kombination. Die Currysauce – natürlich selbstgemacht – verband die beiden Bestandteile, ohne den Eigengeschmack sowohl von Schnitzel als auch der Wurst komplett zu überdecken. So lasse ich mir eine Currywurst gerne gefallen!

Mein Fazit ist heute ganz kurz: Immer gerne wieder!

Heut’ geht’s mir gut! 😎

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Was man mit einem Zauberstab NICHT machen sollte…

Jeder, der sich auch nur kurz in der Küche aufhält hat einen Zauberstab zur Hand. Ein solches Gerät unterstützt einen so wunderbar, dass man es immer im Zugriff haben möchte.

Vor kurzem bin ich beim Stöbern über einen Artikel in der New York Times gestolpert, in dem auf die Gefahren eines Zauberstabs hingewiesen wird. Bisher habe ich solche Situationen immer vermeiden können, und ich glaube, nach diesem Artikel werde ich das Stromkabel noch viel öfter aus der Steckdose ziehen…

16INJURIES_SPAN-articleLarge(c) Tony Cenicola/The New York Times

Hier findet man den zugehörigen Artikel.

Heut’ geht’s mir gut! 😎

 

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Tentsuyu

Dieser Blogeintrag wird sehr kurz werden, dafür werde ich diese Woche einen zweiten posten.

Zu Tempura gehört eine ganz spezielle Sauce, die den Geschmack der frittierten Stücke wunderbar abrundet. Das Herstellen dieses Dips ist relativ einfach, wenn man Zugriff auf die benötigten Ingedienzen hat.

Man braucht dazu:

100ml Miso-Suppe
25ml Mirin (ein sehr süßer, ausschließlich zum Kochen verwendeter Sake)
25ml Soya-Sauce
1 TL Zucker

Man stellt die Miso-Suppe her, würzt sie nach Belieben, und fügt dieser den Zucker hinzu. Anschließend nimmt man den Topf vom Feuer, fügt Mirin und Soya-Sauce hinzu und füllt das Erzeugnis ab. Ich persönlich mache mir immer eine größere Menge, die Sauce hält sich problemlos im Kühlschrank. Allerdings bleibt bei mir nach einem Tempura-Menü nicht viel übrig…

Serviert wird dieser Dip mit geriebenem Rettich (daikon) in nicht geringer Menge.

800px-Tentsuyu_by_Adonis_Chen_in_Taipei

Guten Appetit!

Heut’ geht’s mir gut! 😎

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Sindo – Hannover – Quickie

Vor Kurzem war ich zu einem Meeting in Hannover, und zur Mittagszeit hat uns der kleine Hunger eingeholt. Da wir gerade in der Nähe des Balsen-Gebäudes waren und dort ein kleiner Sushi-Laden zu finden ist, gingen wir kurzerhand dorthin und genehmigten uns einen Imbiss.

(c) Coach

Dieser Laden bietet nicht nur eine Bar,

sondern auch “richtige” Sitze, um als Gruppe oder alleine etwas gemütlicher sitzen zu können. Die Einrichtung beruht auf der früheren Verwendung der Räumlichkeiten als Kneipe. Die neuen Besitzer haben einfach die bestehende Möblierung mit übernommen.

Zurück zum Essen: Ich habe mir eine Kombination aus Salat und Meeresfrüchten ausgewählt.

Der Salat war eine Mischung aus blanchiertem Spinat und Eisbergsalat, mit einer leicht säuerlichen Salatsauce angemacht. Schön erfrischend, und für ein kleines Mittagessen genau richtig.

Als “Hauptspeise” gab es Sunomono Moriawase, gemischtes Gemüse an Essig-Dressing mit Tintenfisch und Garnelen.

Sehr angenehm war der Algensalat, auf dem das Gericht aufbaut, ganz leicht, mit feinem Biss und einem schönen Geschmack nach Meer. Dass die Garnelen sich als Surimi herausstellten tat dem Geschmack keinen Abbruch.

Hier muss ich mal wieder zum Abendessen herkommen, es lohnt sich.Heut’ geht’s mir gut! 😎

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Kish – Frankfurt

Auf der Suche nach interessanten neuen geschmacklichen Erlebnissen bin ich in Frankfurt über ein persisches Restaurant gestolpert. Zumindest über die Informationen über das Lokal, das Restaurant selbst habe ich erst im zweiten Anlauf gefunden. Die Adresse lautet nämlich auf die Leiziger Straße, das Restaurant selbst befindet sich jedoch in der Clemensstraße.

Irgendwann aber fand ich die Eingangstür, und mit dem Restaurant betrat ich gleichzeitig eine ganz andere Welt:

Wände und Decken sind in warmen Farben gehalten und zum größten Teil mit Teppichen, Decken und Bildern bedeckt.

Die Beleuchtung passt zu dieser gedämpften, angenehmen Atmosphäre, und auch die leise orientalische Musik im Hintergrund passt dazu.

Die Speisekarte ist zwar groß, beschränkt sich aber bei genauem Hinsehen auf Lamm und Hähnchen in verschiedenen Variationen.

Dafür ist die Auswahl bei den Vorspeisen umso größer, und vor allem gibt es da Dinge, die ich sonst noch nirgends gesehen habe. So bestelle ich mir als Starter Khiaschur, persische Salzgurken. Und Torschi Sir, in Honigessig eingelegten Knoblauch. Und als Zwischengang Meygu Tord, eingelegte gebratene Riesengarnelen. Ich hätte mir am liebsten noch mehrere der Vorspeisen ausgesucht, vor allem, weil die sehr nette Bedienung meinte, die Portionen wären klein… ich habe es jedoch lieber gelassen. Was sich als vorteilhaft herausgestellt hat, denn das Essen beginnt mit einem einer Gruß aus der Küche, verschiedene Kräuter (glatte Petersilie, Borretsch und Minze), mit Tomaten- und Gurkenscheiben, Pepperoni und Schafskäse.

Das Ganze wird mit dem persischen Brot gegessen. Zusammen mit der Joghurt-Tamarindsauce der Vorspeise verschwindet auch der trockene Charakter. 😉

Weil die Salzgurken leider nicht mehr da sind, bekomme ich Zeytun Parvarde, “persische Oliven in Granatapfelsauce mit Walnüssen“. Also eine weitere Vorspeise, die ich mir ja eigentlich verkniffen habe.

Gleichzeitig mit den Oliven kommt auch das Torschi Sir, “in Honigessig eingelegter Knoblauch“. Leider ist er etwas zu hart, man kommt nicht einmal mit der Gabel hinein. Sonst aber schmeckt der junge Knoblauch richtig gut. Und man riecht auch am nächsten Tag nicht danach. Glaube ich. 🙂

Und direkt danach steht die eigentliche Vorspeise vor mir: Meygu Tord. “Gebratene Riesengarnelen, eingelegt in Knoblauch, Chili und Olivenöl mit Tamarindsauce und persischem Brot”. Ich liebe es, wenn viele verschiedene Speisen auf dem Tisch stehen und ich davon naschen kann, auf was immer ich gerade Lust habe. Mit ein Grund, weshalb ich so gerne Tapas esse.

Einfach göttlich und von mir zweimal nachbestellt ist das Pita-Brot. Ganz frisch gebacken, ganz weich, also nicht etwas kross kommt es daher, genau das Richtige für meinen zahnlosen Mund. 🙂 Just joking: Ich habe natürlich meine Zähne noch, aber ich bevorzuge weichrindige Brote und Brötchen, und das hier gereichte Pita-Brot ist einfach Spitze.

Die Sauce, die zu den Garnelen gereicht wird, muss ich unbedingt nachmachen: Joghurt mit Gurkenstreifen und Tamarind. Jetzt muss ich nur noch herausbekommen, woher ich die Tamarind-Paste bekomme.

Und dann kommt, nach einer von mir gewählten Pause, die Hauptspeise. Ich habe mir Djudje Kabab Fessendjan, ein “in Spezialmarinade eingelegtes französisches Hähnchenbrustfilet am Spieß gegrillt, in einem Mantel von gemahlenen und gebratenen Walnusskernen in schmackhafter Granatapfelsauce mit Basmati-Safranreis“.

Dieses Gericht schmeckt genau so, wie es beschrieben ist: Wie ein am Spieß gebratenes Hähnchenbrustfilet. Das klingt jetzt etwas herablassend, ist aber nicht so gemeint. Es schmeckt gut, ist gerade eben nicht zu trocken, aber im Gegensatz zu den Vorspeisen ist es nichts Besonderes. Die Granatapfelsauce und der Safranreis heben den Geschmack auch nicht in Ebenen, die ich als außergewöhnlich bezeichnen würde. Ich hatte mir aufgrund der Vorspeisen mehr versprochen.

Von den Vorspeisen habe ich die Oliven und den Knoblauch jeweils nur zur Hälfte gegessen. Ohne meine Nachfrage wurde mir angeboten, mir diese einzupacken und mitzugeben. Jetzt raten Sie mal, was ich nachts im Hotelzimmer vernascht habe… 🙂

Mein Fazit? Ich werde, wenn ich wieder einmal auf der Suche nach einem Restaurant bin, auch nach persischen Lokalen suchen, denn die dort gebotenen Speisen erweitern wirklich das Spektrum. Auch das “Kish” steht weiterhin auf meiner Liste, ich werde wohl einmal zum Mittagessen auf eine “Kleinigkeit” dort hin gehen. Wenn anschließend kein Kundentermin folgt. 😉

Heut’ geht’s mir gut! 😎

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Sushisho – Frankfurt

Endlich habe ich es mal wieder geschafft, bei einem Besuch in Frankfurt einen Abend im Sushisho verbringen zu können. Das Sushisho gehört für mich zur gehobenen Klasse der Sushi-Läden in Deutschland, und die Qualität dieses Restaurants hat sich über die Jahre als sehr verlässlich herausgestellt. Ob das auch jetzt noch zutrifft, gilt es mit diesem Besuch zu überprüfen.

(c) Maritim

Wie immer hat sich eine bunte Menge an Besuchern im Sushisho versammelt, und wie immer ist ein großer Tisch durch eine Gruppe von japanischen Geschäftsleuten belegt. Schon das zeigt mir, dass es nicht nur mir hier schmeckt. 🙂

Die Abendkarte stellt eine Herausforderung dar, gilt es doch, aus den sich stetig wechselnden Gerichten etwas auszuwählen. Hier wird sicher jeder etwas finden!

Nach dem Bestellen kommt ein Amuse bouche, leicht sauer eingelegte gekochte Auberginen.

Weich gekocht, ohne den bei Auberginen unangenehmen Biss kommen sie daher, fast schmeicheld zergehen sie auf der Zunge. Dieser Gang bereitet den Gaumen auf die kommenden Genüsse vor, die Geschmacksnerven werden geweckt, der Appetit meldet sich.

Als Vorspeise habe ich mir gemischte, gebratene Weißfische ausgesucht.

Dieser Gang ist schon optisch ein Genuss. Aber auch geschmacklich ist er außergewöhnlich: Die Fische sind sauer eingelegt. Selten habe ich eine so gelungene Kombination erlebt. Der Fisch ist ganz leicht angebraten und anschließend eingelegt, das Gemüse – Zwiebel, Karotte, Paprika, und Ingwer – kurz gegart und ebenfalls sauer eingelegt. Und doch hat jeder Bestandteil seinen ihm eigenen Geschmack behalten.

Wie immer im Sushisho habe ich mir als Hauptspeise das Chirashi Sushi ausgewählt. Bis auf das leider geschlossene Sushi Duke in München gibt es für mich keinen Laden, der diese Speise so hervorragend auf den Tisch bringt. Normalerweise.

Eine Besonderheit hier im Sushisho ist die Trennung von Sushi (also Reis) und Fisch in zwei getrennten Schalen. Dadurch entfällt das Verschieben der Fischstücke und das Bohren in der Schale nach dem Reis, das Essen fällt leichter. Der Reis ist heute etwas zu weich, und etwas zu wenig gesäuert. Und leider finde ich auch kein kleingeschnittenes Nori auf ihm, dafür sind Lachskaviar und Furikake reichlich portioniert.

Normalerweise wird ja ein Chirashi-Sushi so gegessen, dass man den Fisch und das Gemüse unter den Reis mischt. Ich jedoch präferiere es, das Essen als eine Mischung von Sashimi und Sushi (also Reis) zu essen, man kann dadurch die einzelnen Geschmacksnuancen besser herausschmecken.

Dazu muss der Fisch natürlich perfekt sein. Hier im Sushisho schmeckt man, dass Wert auf Qualität gelegt wird. Die Makrele ist einfach göttlich. Sie zergeht auf der Zunge, ohne zu fischig oder zu makrelig-scharf zu sein. Der Thunfisch ist erstklassig, von der tief dunkelroten Sorte, mit nur sehr wenig von dem Geschmacksträger Fett. Dafür strotzt der Lachs vor Geschmack nach Meer und Frische, er schmilzt auf der Zunge. Alle anderen Fisch- und Krustentiersorten sind exakt so, wie sie sein sollen: Frisch, glänzend, ohne irgendwelchen Beigeschmack.

Begleitet wird das Chirashi Sushi natürlich von einer Miso-Suppe, die von Geschmack und Inhalt das Essen gut unterstreicht, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Mein Fazit? Das Sushisho gehört zwar zu den besseren Läden in Deutschland, fehlerfrei wird dort aber nicht gearbeitet. Wobei ich die Kleinigkeiten, die ich oben angemerkt habe, nicht als Fehler bezeichnen möchte, sie zeigen, dass in der Küche Menschen stehen. Ich werde auf jeden Fall wieder hier erscheinen, sobald sich die Gelegenheit dazu ergibt.

Heut’ geht’s mir gut! 😎

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Pulled Pork Sandwich

Nachdem ich in den vergangenen Wochen einige Beilagen- und Grundrezepte veröffentlicht habe, stelle ich hier das erste Gericht vor, das auf diesen aufbaut:

Das “Pulled Pork Sandwich

Diese typisch amerikanische Kreation kann man beim gemütlichen Grillen anbieten, man kann aber auch alle Zutaten schon vorher zubereiten und dann als Do-It-Yourself-Essen am Esstisch anbieten.

Das Fleisch, das nach diesem Rezept zubereitet wurde, wird dazu mit etwas Barbecue-Sauce und angefallenem Bratensaft vermischt, bis es die gewünschte Konsistenz bekommt. Jetzt wird es in eine Schüssel gegeben und bis zum Anrichten im warmen Backofen (ca. 50°-60°) temperiert.

09PulledPork

Der Kohlsalat wird noch einmal abgeschmeckt und in eine Schüssel gegeben, die Barbecue-Sauce wird zusammen mit sauren Gurken, Perlzwiebeln und sauren Paprika als Beilage auf den Tisch gestellt.

04Kohlsalat

03BBQ-Sauce

Die Zubereitung ist einfach: Man nimmt frisch gebackene Brötchen aus festem Teig (bitte nicht ein lappriges Sesam-Burger-Machwerk), schneidet sie auf, bestreicht das Unterteil mit der Barbecue-Sauce, häuft beliebig Fleich darauf und garniert das Ganze mit dem Kohlsalat sowie – falls gewünscht – mit etwas Sauergemüse.

Als Beilage gibt es Chips, Pommes frites oder, wie bei mir,

Rosmarin-Kartoffeln aus dem Backofen. Guten Appetit!

Heut’ geht’s mir gut! 😎

 

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Gerupfte Schweineschulter

Was bitte soll eine gerupfte Schweineschulter sein? Normalerweise wird Geflügel gerupft, bevor man es weiter verarbeitet, heute aber will ich einmal eine Zubereitungsmethode vorstellen, die mir hier in Deutschland bisher noch nicht über den Weg gelaufen ist. Dafür findet man in Amerika jede Menge Rezepte zum Thema “shredded pork” oder “pulled pork”, meistens als Belag von Sandwiches. Aber auch auf einem Buffet oder in anderen lokalen Gerichten kann man das öfter finden. Man kann es erneut mit weiteren Zutaten kochen, sehr heiß anbraten oder einfach würzen und als Hauptspeise essen.

Grundsätzlich findet man die Methode, Fleisch langsam zu garen und anschließend sehr klein zu zerlegen auf der ganzen Welt. Ob es sich um die mexikanischen Carnitas, das spanische Ropa vieja oder die französischen Rillettes handelt, immer ist das Ergebnis eine amorphe Fleischmase, die anschließend zu wunderbaren Gerichten weiter verarbeitet wird.

Nachdem ich über ein Rezept gestolpert war, das mir schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammen laufen lies, bestellte ich bei meinem Metzger eine Schweineschulter am Knochen. Als ich sie dann zwei Wochen später abholte, präsentierte er mir ein wunderschönes Stück von 5 Kilogramm. Was bitte macht man als Alleinstehender mit fünf Kilogramm Fleisch? Zum Glück habe ich einen hinreichend großen Bräter und vor allem Platz im Gefrierschrank, daher habe ich die Herausforderung angenommen.

Für das Gericht braucht man folgende Zutaten:

1 Schweineschulter
Zum Einreiben
3 EL Paprikapulver, geräuchert
1,5 EL Salz
1,5 EL Zucker
2 TL Senfkörner
1 EL Kreuzkümmel
1 TL schwarzer Pfeffer
1 EL Knoblauchpulver
1/2 EL Zwiebelpulver
1 TL Cayennepfeffer
Zum Einlegen
100 gr Salz
100 gr brauner Zucker
 2 Lorbeerblätter
 3 EL Mischung zum Einreiben

Zuerst einmal muss man das Stück auf zwei verschiedene Weisen auf den langen Garvorgang vorbereiten. Als erstes bereitet man die Mischung zum Einreiben vor, diese wird später benötigt. Dazu werden nacheinander alle Zutaten in einem Mörser gestoßen und gut vermischt. Dann stellt man aus Salz, dem Zucker, den Lorbeerblkätter, 3 EL Einreibemischung und rund 1 Liter Wasser eine Lake her, in die man die Schulter für eine Nacht einlegt.

Am nächsten Morgen wird die Schulter aus der Lake geholt und abgetupft. Die Schwarte wird rautenförmig eingeschnitten, um zu verhindern, dass sich das Fleisch beim Garen darum biegt. Überstehendes Fett und Bindegewebe wird abgeschnitten, anschließend reibt man die gesamte Schulter rundherum mit der Gewürzmischung ein und gibt sie in einen großen Bräter. Dieser kommt ohne Deckel für eine Stunde in den auf 120 Grad erhitzten Ofen.

Jetzt nimmt man die Schulter aus dem Bräter, pinselt sie mit Olivenöl, in das man noch etwas von der Mischung gegeben hat ein, legt sie wieder in den Bräter, gibt 1/4 bis 1/2 Liter Wasser hinzu und lässt sie zugedeckt sehr langsam und sehr lange braten.

Pro Pfund braucht das Fleisch 90 bis 100 Minuten, meine 10 Pfund-Schulter hat insgesamt 15 Stunden im Ofen verbracht. Während dieser Zeit habe ich sie immer wieder mit dem anfallenden Bratensaft übergossen. Anschließend hat sie so ausgesehen:

Man weiß, dass das Fleisch fertig ist, wenn man den Knochen ohne Aufwand aus dem Fleisch ziehen kann.

Das Fleisch wird aus dem Bräter genommen, um auf einer Platte oder einem Brett langsam so weit abzukühlen, bis man es weiter verarbeiten kann.Das sah bei mir so aus:

Die Brühe mit der Schwarte stellt man beiseite, diese wird später noch weiter verwendet.

Man nimmt zwei Gabeln und rupft das Fleisch auseinander, dass es diese Struktur annimmt:

Das Fleisch kann, wie oben schon angedeutet, jetzt zu einer Vielzahl von Gerichten weiter verarbeitet werden: In einer typisch amerikanischen Gravy (einer Mehlschwitze) zusammen mit Kartoffelbrei, mit geschmelzten Zwiebeln und Schmelzkäse als Reispilaw, in einer Tomaten-Paprikasauce oder, wie ich es in einem anderen Rezept zeigen werde, mit BBQ-Sauce und Coleslaw auf einem Sandwich.

Guten Appetit!

Heut’ geht’s mir gut! 😎

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Kohlsalat

Ja, ich gebe es zu, ich bin meiner Kohl-Aversion untreu geworden. Wobei der Kohlsalat zum Einen aus Chinakohl hergestellt wird, der nicht so sehr nach Kohl riecht, und der zum Anderen nicht gekocht wird und daher die noch viel unangenehmeren Gerüche eines warmen Kohlgerichts nicht mit sich bringt.

Dieser Kohlsalat ist ein typisch amerikanisches Rezept für Coleslaw, den ich später zu einem Braten servieren oder auf ein Sandwich legen will.

Man benötigt folgende Zutaten:

1/2 Chinakohl
1 TL feines Salz
1/2 TL Pfeffer
2 EL Apfelessig
3 EL Rapsöl
2 TL Mayonnaise
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1/2 Zwiebel, fein gehackt
nach Wunsch:
1 TL Kümmel

Der Chinakohl (man braucht nur einen halben für 6 Portionen!) wird in schmale Streifen geschnitten,

und in eine große Schüssel gegeben. Die Zwiebel wird kleingeschnitten,

ebenso der Knoblauch.

Alle Zutaten werden zu dem Kohl in die Schüssel gegeben und gut durchmischt. Man lässt den Kohlsalat 10 Minuten ruhen und schmeckt ihn anschließend noch einmal ab.

Während dieser Zeit verliert der Kohlsalat ca. 1/3 seiner Masse, dafür wird er etwas feuchter und salatartiger.

Jetzt wird er in ein luftdichtes Gefäß verpackt und in den Kühlschrank gegeben. Ich persönlich lasse ihn dort mindestens eine Nacht reifen, der Geschmack wird dadurch milder.

Wenn man den Kohlsalat zu einem kräftigen Gericht wie einem Schweinbraten geben will, kann auch noch 1 TL Kümmel dazugeben. Da dies aber nicht allen konveniert, bin ich damit etwas vorsichtig. Aber es schmeckt halt so gut… Guten Appetit!

Heut’ geht’s mir gut! 😎

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Barbecue-Sauce

Nicht nur zum Grillen kann man eine gute Würzsauce brauchen, manches schnelle Gericht kann damit verfeinert oder abgerundet werden. Nach vielen Versuchen habe ich eine Kombination von Zutaten gefunden, die man sowohl für Fleischgerichte als auch für Sandwiches verwenden kann. Diese Sauce ist relativ schnell gemacht, allerdings wird sie umso besser, je länger man sie ruhen lässt. Ich bereite sie daher immer zwei bis drei Tage vor dem angedachten Verzehr zu.

Man benötigt folgende Zutaten:

150ml Ketchup (am besten selbstgemachten, der ist nicht so süß!)
150ml Reisessig
1 EL Apfelessig
100ml Apfelsaft
3 EL Honig
2 EL Soyasauce
1 TL Worcestershiresauce
2 TL Dijon-Senf oder grobkörnigen bayerischen Senf
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1 Zwiebel, fein gehackt
Salz, Pfeffer,

Die Zwiebel wird fein geschnitten (oder gehackt),

ebenso der Knoblauch. Natürlich kann man den auch pressen, dann aber werden die Aromen verfälscht. A propos verfälschte Aromen: Bei Knoblauch bin ich inzwischen sehr vorsichtig geworden, da mir einige Gerichte durch einen TCA-infizierten Knoblauch geschmacklich zerstört wurden. Genaueres kann man hier finden.

Das weitere Vorgehen ist sehr einfach: Die Zwiebeln werden glasig geschwitzt, der Knoblauch wird zugegeben und kurz mitgeschwitzt, anschließend kommen alle anderen Zutaten dazu. Man bringt das Ganze zum simmern und reduziert es um ungefähr ein Drittel.Jetzt sollte die Sauce die richtige Konsistenz haben. Man gibt sie in ein sterilisiertes Gefäß und lässt sie für zwei bis drei Tage im Kühlschrank reifen. Man kann sie aber auch sofort essen. 😉 Guten Appetit!

Heut’ geht’s mir gut! 😎

 

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