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Ein Wochenende im Rettershof oder: Wie kommt man am sichersten zu schlechter Laune?

Der folgende Text wurde mir von einem Freund mit der Bitte um Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

Vor einem halben Jahr haben uns unsere Kinder die Karten zu einer kulinarischen VDP-Weinprobe am letzten Freitag (08.11.2019) im Rettershof in Kelkheim geschenkt. Wir haben diese Gelegenheit genutzt und auch noch die Nacht vom Samstag auf den Sonntag angehängt – zumindest war das unsere Idee. Sowohl die Weinprobe als auch die Zimmer sowie ein Tisch im Restaurant “Retter’s” waren reserviert. Eine unserer Töchter samt Mann reservierte ebenfalls ein Zimmer von Samstag auf Sonntag.

Vor einem halben Jahr haben uns unsere Kinder die Karten zu einer kulinarischen VDP-Weinprobe am letzten Freitag (08.11.2019) im Rettershof in Kelkheim geschenkt. Wir haben diese Gelegenheit genutzt und auch noch die Nacht vom Samstag auf den Sonntag angehängt – zumindest war das unsere Idee. Sowohl die Weinprobe als auch die Zimmer sowie ein Tisch im Restaurant “Retter’s” waren reserviert. Eine unserer Töchter samt Mann reservierte ebenfalls ein Zimmer von Samstag auf Sonntag.

Die Weinprobe inklusive Essen war hervorragend, etwas Anderes kann man nicht sagen. Die Weine des Domdechant Wernerschen Weinguts aus Hochheim und des Weinguts Polz aus Spielfeld in der Steiermark sowie deren Präsentation durch jeweils ein Familienmitglied waren sehr gut, die Auswahl und Präsentation der zugehörigen Speisen ließ nichts zu wünschen übrig. Die Küche sowie das Restaurantpersonal haben eine exzellente Leistung abgeliefert.

Am folgenden Tag machten wir eine Wanderung, von der wir gegen 12:30 ins Hotel zurückkamen. Da wir hungrig waren, baten wir um einen Tisch sowie etwas zu essen, nur um zu erfahren, dass aufgrund einer Hochzeit das gesamte Restaurant inklusive der Vorhalle belegt seien und wir mit einem Katzentisch in einem Souterrain-Durchgang vorlieb nehmen müssten. Wir haben das akzeptiert, haben aber sehr deutlich gemacht, dass uns das nicht gefallen hat, insbesonders, da konstant Mitarbeiter des Hotels mit Schmutzwäsche an unserem Tisch vorbei gelaufen sind. Info am Rande: Die Rechnung für diesen Snack (vier Suppen, vier Salate sowie eine Flasche Sekt) belief sich auf 175€.

Wir fragten an der Rezeption noch einmal wegen des Tischs am Abend, und uns wurde versichert, dass dieser Tisch reserviert sein, dass das Essen allerdings wegen der Hochzeit nicht im Restaurant, sondern in der Bibliothek stattfände, und dass auch noch andere Personen in diesem Raum anwesend seien.

Den Nachmittag verbrachten wir in der kleinen und irgendwann sicher auch einmal feinen, inzwischen aber abgenutzten Spa-Landschaft, die aus einem Raum sowie einer Sauna besteht. Unter zwei Liegen befindet sich ein Jacuzzi, der leider schon länger nicht mehr in Benutzung war. Dummerweise war offensichtlich der Siphon des Jacuzzis defekt, denn der gesamte Raum stank nach Kloake.

Um 19:30 Uhr, zur reservierten Zeit, begaben wir uns in die Bibiothek (wobei wir quer durch die Hochzeitsgesellschaft geführt wurden), um einen Raum präsentiert zu bekommen, in dessen Mitte zwei einfache, quadratische Tische zusammen geschoben worden waren, um die herum vier viel zu niedrige Konferenzstühle drapiert waren. Die Wände des Raums entlang standen normale Restauranttische mit bequemen Stühlen, und unter anderem auch ein Vierertisch, an den man kurz vor unserer Ankuft ein ältereres Ehepaar platziert hatte. Hier hat man also unseren sechs Monate im Voraus reservierten Tisch kurzfristig an jemanden anderen abgegeben. Das war ganz sicher nicht das, was wir von einem solchen Restaurant erwartet hatten, es entsprach in keiner Weise dem Niveau, auf dem sich die Betreiber gerne sehen. Wir haben unseren Unmut deutlich, aber nicht laut kund getan und haben den Raum verlassen, um vor der Türe weiter über die Situation zu diskutieren. Dort stand ein junges Pärchen, das drei Monate vorher einen Tisch reserviert hatte. Nachdem klar war, dass wir nicht länger bleiben werden, haben wir denen mit Freude unseren Bahnhofstisch überlassen. Wir wiesen die Rezeption an, unsere Rechnung fertig zu machen und reisten ab. Immerhin wurde uns die Rechnung für unseren Mittagssnack erlassen, die nicht in Anspruch genommene zweite Übernachtung mussten wir auch nicht bezahlen. Das junge Paar hat im Übrigen kurz nach uns das Gelände ebenfalls verlassen.

Das Verhalten nicht nur der Hausdame, sondern auch der Geschäftsleitung hat gezeigt, das eine solche Situation offensichtlich zum Usus des Hauses gehört. Man nimmt jeden Umsatz mit, auch wenn man dadurch eventuell Gäste verärgert. Durch die abgelegene Lokation wird sicherlich nur ein kleiner Teil der Clientel die richtigen Konsequenzen ziehen und abreisen. Wir waren im Jahr 2019 mehrere Male im Rettershof, um zu Mittag oder auch zu Abend zu essen, nach diesem Vorfall aber werden wir hier sicherlich nicht noch einmal einkehren.  Und auch die Idee, diese Lokation für ein Firmenmeeting zu verwenden, werden wir nicht umsetzen. Ganz im Gegenteil, wir werden unseren Freunde und Bekannten abraten, den Rettershof in Erwägung zu ziehen.

Im Namen der Familien Häußling-Huy und Fleckner.

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