Berliner Spitzen – Die Dali-Ausstellung

Seit der berühmten Dali-Ausstellung 1972 in Baden-Baden, die ich quasi täglich besuchte,  kann man mich als Dali-Aficionado bezeichnen. Aus nachvollziehbaren Gründen habe ich mir bisher keines seiner Werke leisten können oder wollen, denn ein Druck oder eine der Serigraphien undefinierter Provinienz kommt mir sicher nicht in die Wohnung.

(c) daliberlin.deBerlin hat jetzt eine private Dali-Ausstellung. In dieser Ausstellung werden keine der bekannten Werke gezeigt, sondern hauptsächlich Druckserien aus Dalis letzten beiden Lebensjahrzehnten, die er im Auftrag von verschiedenen Verlagen erstellt hat. In vielen dieser Bilder kommen Dalis Können, seine Gedanken und sein Witz zum Ausdruck.

Allerdings wird man mit seinen Überlegungen leider alleine gelassen, die Bilderfolgen sind zwar mit dem Namen versehen, es stehen jedoch keine weiteren Erklärungen bei den einzelnen Bildern. Auch sind keine modernen Medien wie zum Beispiel QR-Codes verwendbar, um Hintergrundinformationen abrufen zu können.

Dasselbe gilt natürlich auch für die kunstgewerblich hergestellten Figuren, die undokumentiert und ohne Zusammenhang in der Ausstellung stehen.

Sehr gut ist dafür die Dokumentation der Techniken, die Dali zur Herstellung der Bilder angewendet hat. Diese werden sowohl anhand von Ausstellungsgegenständen wie Druckstöcken als auch durch Videos sehr anschaulich dargestellt. Ob es sich um die Kaltnadelradierung oder die Lithographie handelt, mithilfe der Videos kann man sich die einzelnen notwendigen Schritte genau vor Augen führen. In einem räumlich davon getrennten Bereich wird – leider auch wieder undokumentiert – gezeigt, wie die Ergebnisse der einzelnen Produktionsschritte eines 18-Farbdrucks aussehen. Hier wäre es von Vorteil, wenn man diese beiden Medien – die Videotechnik und die aufgehängten Bilder – verbände und so den pädagogischen Wert noch steigerte.

Offensichtlich ist es nicht nur mir negativ aufgestoßen, dass in dieser Ausstellung kein einziges weithin bekanntes Bild von Dali gezeigt wird, denn auf der Homepage www.daliberlin.de wird auf einer speziellen Seite aufgeführt, in welchem Museum der Welt die bekanntesten Bilder hängen.

Aber trotz allem habe ich die Zeit in der Ausstellung sowie den anschließenden Bummel durch den Shop genossen.

Heut’ geht’s mir gut! 😎

PS: Hier kommt jetzt mein Lieblings-Dali: Das schlagende Rubinherz, ganz ohne Zusammenhang zu der Ausstellung; für alle, denen ein bekannter Dali fehlte. 😉

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