Rodeo im Pfälzer Wald

Der Pfälzer Wald stellt DAS Erholungsrevier für die ganze Vorderpfalz dar. Ganz egal, ob man wandern, joggen, mit dem Fahrrad oder dem Auto fahren will, man findet überall Stellen, an denen man es sich richtig gut gehen lassen kann. Natürlich wird auch für Reiter und Motorradfahrer einiges geboten, auch wenn für diese beiden Nutzergruppen einige Wege inzwischen gesperrt sind. Zumindest Sonntags. 🙁

Für alle gesperrt ist aber zurzeit wegen Bauarbeiten die B48-Durchfahrt vom Johanniskreuz nach Hochspeyer. Und da dies ein Teil meiner Hausstrecke ist, musste ich mir in den letzten Wochen eine Ausweichstrecke suchen. Sicher gibt es die offizielle Umleitung über Mölschbach oder das Stiftswalder Forsthaus, diese dehnen aber die Rückfahrt im Allgemeinen zu sehr aus. Daher habe ich mir ein paar Nebenstrecken gesucht, und eine davon hat es mir besonders angetan, da sie die Fähigkeiten von Motorrad und Fahrer auf eine harte Belastungsprobe stellt: Es dreht sich um die Elmsteiner Straße von Waldleiningen in Richtung Elmsteiner Tal. Diese Strecke ist prädestiniert für alle, die eigentlich bei der Eröffnung der Erlebniswelt am Nürburgring beim Stier-Rodeo mitmachen wollten. Hier mutiert mein Babymonster wirklich zum wilden Stier.

Diese knapp drei Meter breite Straße besteht ausschließlich aus Kurven, Wellen, Schlaglöchern und mit Split sanierten Stellen. Aber sie macht Spaß! Auch wenn man die ganzen acht Kilometer am Kämpfen ist mit sich und dem Moped, sie macht Spaß. Allerdings muss man gehörig aufpassen: An manchen Stellen kommen die Schläge genau in der Anbremszone zu einer Kurve, und wenn man da nicht aufpasst, dann langt der Bremsweg halt nicht mehr. An anderen Stellen sind die Wellen nicht direkt sichtbar, und man läuft Gefahr, die Hände sonstwo, nur nicht mehr am Lenker vorzufinden. Aber es macht Spaß! Manchmal gibt es Gegenverkehr, und ab und zu stehen auch Holzlaster im Weg herum. Daher fahre ich die Strecke immer nach 17:00 Uhr, da bin ich mir ziemlich sicher, dass keine LKW mehr unterwegs sind, denn diese stellen einen vor ein wahrlich unüberwindbares Hindernis.

Fast am Ende der acht Kilometer kommt man an eine T-Kreuzung, die einen nach rechts ins Elmsteiner Tal und nach links in Richtung Weidenthal führt. Diese nach links führende Strecke ist die Belohnung für die Tortur, der man sich vorher unterzogen hat: Auch hier hat man nur knapp drei Meter Straßenbreite vor sich, aber diese Straße ist bis auf wenige Ausnahmen glatt und sehr griffig. Allerdings befindet man sich halt immer noch in einer bewaldeten, bergigen Umgebung, so dass man in fast keiner Kurve sieht, wer oder was entgegen kommt. Irgendwann kommt man auf dieser Stecke am höchsten Punkt an, und hier muss man wirklich Vorsicht walten lassen: Nach der einlullenden Qualität der letzten fünf Kilometer kommen Querschläge, die meist auch noch im Schatten liegen und daher unsichtbar sind, sehr unerwartet. Kurz darauf kommt eine nach links führende Hundskurve, hier ist Vorsicht geboten. Anschließend geht es SEHR zügig und gut einsehbar den Berg hinab, bis man wiederum durch eine scharfe Linkskurve eingebremst wird. Kurz danach hat man Weidenthal und damit das Ziel der Strecke erreicht.

Noch ein Hinweis für Nutzer des “Motorrad Rourenplaners 2008/2009”: Hier stimmen die Höhenangaben für den zweiten Teil der Strecke nicht, der “Berg”, den man in Angriff nimmt, wird komplett unterschlagen.

Heut geht’s mir gut! 😎

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