Mercure Hamburg City

Es kommt bei meinen Reisen öfter mal vor, dass ich erst nach 21:00 Uhr irgendwo ankomme. Normalerweise gibt es dann kaum noch Restaurants, bei denen ich ohne Stress noch etwas zu essen bekomme, wobei ich hinzufügen muss, dass mich die Restaurants der Hotels selbst nur sehr selten zum Verweilen animieren. Wenn auch in der Umgebung nichts Vernünftiges mehr zur Verfügung steht greife ich auf etwas zurück, mit dessen Hilfe man die Küche eines Hotels weltweit testen kann, denn dieses Produkt wird ÜBERALL angeboten. Zumindest habe ich noch kein Hotel gefunden, in dem ich kein Club Sandwich über den Zimmerservice bestellen konnte.

Eigentlich ist ein Club ein einfaches Gericht: Drei Toastbrote werden mit einer gebratenen, dünn geschnittenen Hühnerbrust (nach Gusto auch Truthahn oder Roastbeef), etwas Salat, einer Tomate, Bacon und Mayonaisse sowie einem Spiegelei (eventuell auf beiden Seiten gebraten) belegt. Das Ganze wird zweimal durchgeschnitten, die Türmchen mit Zahnstochern fixiert und dann auf einem Teller schön angerichtet. Begleitet wird das Sandwich normalerweise von Chips, allerdings werden diese in letzter Zeit immer öfter durch Pommes frites oder potato wedges ersetzt. Immer aber gibt es Ketchup und Mayonnaisse dazu.

Vor Kurzem war ich in dem in der Überschrift erwähnten Mercure Hamburg City – das sich im Übrigen weder positiv noch negativ von den anderen Mercure-Hotels absetzt – zu Gast und verspürte nach meiner Ankunft gegen 22:00 Uhr Hunger. Also bestellte ich mir kurz entschlossen das besagte Club Sandwich. Nur wenig später bekam ich aus der Küche einen Rückruf, dass man leider kein Toastbrot mehr habe und daher das Sandwich mit Baguettebrot herstelle. Da ich nichts dagegen einzuwenden hatte ließ ich die Bestellung weiterlaufen. Kurz darauf klopfte es an der Türe, und vor der Tür stand eine junge Frau mit einem riesigen Tablett (es war fast einen Meter breit!), auf dem sich ein Teller mit dem Sandwich sowie meine Getränke verloren. Ich wollte mich natürlich sofort über das Sandwich hermachen, kam aber bei dem Anblick des Gerichts erst einmal ins Stocken: Auf dem Teller befanden sich zwei sieben Zentimeter lange Stücke eines dünnen Baguettes (es war fast schon ein Flute) sowie ein Spiegelei, das zwischen den Baguettes lag. Diese waren mit jeweils einem dicken Stückchen Hühnerbrust belegt, das innen noch leicht glasig war. Das ist doch genau das, was man will: Ein nicht durchgebratenes Stück Geflügel! Zusätzlich befand sich auf jedem der Stücke eine Scheibe Tomate sowie zwei gehackte Salatstücke. Neben der Hühnerbrust befand sich ein Klecks Mayonnaise, aber leider waren die Baguettes weder gesalzen noch gepfeffert. Genau so präsentierte sich auch das Spiegelei: Komplett nature, ohne Gewürze.

Und natürlich gab es KEINERLEI Beilagen dazu. Weder Chips noch Pommes noch Wedges oder gar die übliche Bahnschranke: Einfach Nichts.

Fazit: Man konnte es essen. Und mein grummelnder Magen wurde auch etwas besänftigt. Aber das war auf alle Fälle kein positives Bild, das die Küche des Mercure Hamburg City da von sich abgegeben hat. Ich werde zwar weiterhin zum Schlafen dorthin kommen, das Restaurant bzw. die Küche des Hotels werde ich aber meiden so weit es möglich ist.

Heut’ geht’s mir gut! 😎

PS: Der Spaß dieses Club Sandwiches zusammen mit einem Apfelschorle und einem Alsterwasser hat mich am Ende nur 17,90 Euro gekostet. Ist doch eigentlich ein Schnäppchen. Oder?

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