BMW 135i

An was erinnert diese Kurve am Heck?

Hätte ich nicht die Möglichkeit gehabt, die verschiedenen 1er-Modelle, die bisher auf dem Markt waren, als Mietfahrzeuge Probe zu fahren, ich hätte mir diesen Wagen nie angesehen. So aber kannte ich das Platzangebot bereits, das in der kleinsten Klasse von BMW zur Verfügung steht. Und als mein Händler – BMW Scheller in Bad Dürkheim – dann einen 135i im Verkaufsraum stehen hatte, war klar, dass ich ihn wahrscheinlich nicht lange fragen müsste, um den Wagen für einen Tag zur Verfügung haben zu können. Heute war es dann so weit. Mein normaler Wagen hatte einen Servicetermin, und als Ersatzfahrzeug wurde mir besagter 135i zur Verfügung gestellt. Nicht in rot wie hier, sondern in weiß. Aber auch das sieht bei diesem Wagen hervorragend aus.

Obwohl mit Sportfahrwerk und Niederquerschnittsreifen ausgestattet liegt der Wagen optisch nicht tief auf der Straße, sondern präsentiert sich eher wie ein Cafe-Racer. Ganz nach dem Motto: Sieht sportlich aus, hält aber nicht, was er verspricht. Wenn da nur die Rundungen der Kotflügel um die Hinterräder nicht wären… auch die Sitzposition ist viel höher, als man dies bei einem Sportwagen erwartet. Man sitzt relativ hoch, hat eine hervorragende Rundumsicht, die bei anderen modernen Autos heute üblichen Sichtbehinderungen sind hier nicht auffindbar. Die Sitze lassen sich so einstellen, dass man in Zusammenarbeit mit den Gurten regelrecht festgehalten wird. Wieder ein Zeichen für die Sportlichkeit. Und dann lässt man, bei geöffneten Türen natürlich, den Motor an. Ein tiefes, fast körperlich spürbares Grummeln kommt aus dem Auspuff, das nach kurzer Warmlaufphase in ein sanftes Schnurren übergeht. Jetzt wird deutlich, dass es sich wohl doch nicht um einen Cafe-Racer handelt. Denn der Motor hält, was der Sound verspricht: FHRFRD, KRBBLN, WHNSNN!!

Die Kupplung – leider gibt es die höchste Motorisierung derzeit nicht mit Automatik oder sequentiellem Getriebe – arbeitet exakt, ohne großen Kraftaufwand, der Wagen hängt mit ganz geringer Verzögerung am Gaspedal. Und das nicht nur bei den möglichen hohen Drehzahlen jenseits 5.000, sondern auch ganz unten im Drehzahlkeller. Das Rollen im Stadtverkehr im vierten, fünften oder gar sechsten Gang ist problemlos möglich. Dass der Motor neben 225kW auch jede Menge Drehmoment hat (400Nm!!!) merkt man beim Beschleunigen aus niederen Drehzahlen. Ab 1.500 Umdrehungen zieht der Motor ruckfrei nach oben, theoretisch sind die 100km/h nach 5,3 Sekunden erreicht. Ich habe das leider nicht ausprobieren können, da ich einen fabrikneuen Wagen zur Verfügung hatte.

Eines ist ganz klar: Der Wagen macht Spaß. Und weil zu dem Spaß auch gehört, dass man nicht nur alleine fährt, ist es wichtig, dass es ein Viersitzer ist. Ja, man kann zu viert in dem Wagen sitzen, auch wenn der Fahrer über 1,80m groß ist, und das auch über den Weg zum Restaurant und zurück hinaus. Man kann sich auch bei höheren Geschwindigkeiten (der Wagen wird bei 250km/h abgeriegelt) unterhalten, ohne sich anschreien zu müssen (auch wenn das Pfeifen der rahmenlosen Fenster etwas stört), und bei einer angenehmen Reisegeschwindigkeit von 140-150 km/h merkt man im Vergleich zu anderen Fahrzeugen dieser Wagenklasse sehr wenig von der Außenwelt. Auch der Kofferraum lässt mit seinen 370l Fassungsvermögen Platz für mehr als nur ein Wochenende zu zweit.

Irgendwann kommt man dann an eine Strecke, die mehr als eine sanfte Kurve hat, und spätestens dann weiß man, dass dieser Wagen KEIN Cafe-Racer ist: Wie angeklebt liegt er auf der Straße, keine noch so zügig angefahrene Kurve kann den Fahrer aus der Ruhe bringen, in jeder Situation ist der Wagen beherrschbar. Und wenn man denn doch einmal über die Grenzen der Reifen oder Straße hinauskommt, lässt sich der Wagen weiterhin steuern. Das (abschaltbare) DSC übernimmt in diesem Fall so unterschwellig die Regie, dass – solange man sich innerhalb der Grenzen der Physik bewegt – jede Situation beherrscht werden kann. Wenn man allerdings den DSC-Schalter betätigt, dann merkt man, an was die Rundung des Hecks erinnert: An den alten NSU TTS mit seinem Heckmotor, Heckantrieb und Heckschleudern. Das Ganze aber verbunden mit soviel Luxus, dass man die damaligen Zeiten ganz gerne missen möchte.

Hm. Wie lange läuft mein Leasingvertrag noch?

Heut’ geht’s mir gut! 😎

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2 Responses to BMW 135i

  1. geile karre, ich glaub den hol ich mir 🙂 hammer teil

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