Las Tapas – Düsseldorf

Mit den Worten “Wer wagt es, Rittersmann oder Knapp’, zu tauchen in diesen Schlund?” oder so ähnlich beginnt ja die Balade vom Taucher von Friedrich Schiller. Wir haben es gestern gewagt und sind in den Schlund der Düsseldorfer Altstadt eingetaucht, in dieses Gewirr von Touristen, Kneipengängern und Obdachlosen, in die angeblich längste Theke Deutschlands (oder der Welt?), geschoben von der Masse, gezogen von den professionellen Anmachern oder Animateuren (den Geist, den animus kann man da weglassen, was bleibt, ist teuer…), und irgendwann sind wir dann, durch den grummelnden Magen gezwungen, in einer kleinen Gasse wirklich in die Fänge eines Türstehers geraten und dort auch hängengeblieben. Er hat uns so nett geködert, indem er uns einen kostenfreien Aperitiv versprochen hat (das kostenfrei haben wir ihm natürlich ohne Weiteres abgenommen ;-)), dass unsere weiblichen Begleitungen unbedingt dort hineinwollten. Und was soll ich sagen: Ich habe nicht erwartet, in einem solchen Touristenlokal gutes Essen zu bekommen. Aber man kann sich ja täuschen, oder hoffen.

Was hatten wir? Zur Vorspeise gab es Tapas mistas, Kaninchen in Knoblauchsoße, Jakobsmuscheln kurz gegrillt, gebratene Babycalamares, albondigas, patatas bravas und natürlich die üblichen Kleinigkeiten wie Serano-Schinken, Oliven, getrocknete Tomaten und Weissbrot. Tapas, wie es sein soll, in einer Größenordnung, die uns vier eigentlich schon gelangt hätte.

Aber wir wollten ja etwas Richtiges essen. Und darum machten wir den Fehler, uns fern ab des Meeres und noch viel weiter weg von Spanien eine Paella zu bestellen. Grummel, grummel, wie sag ich’s meinem Kinde? Selten habe ich eine so verkorkste Reisspeise gegessen, das Fleisch war hart, die Muscheln kalt, die Gambas vertrocknet, der Reis komplett weichgekocht, die wenigen Calamaresringe die reinsten Fahradreifenstücke.

Die Getränke – ein weisser Sherry Seco zur Vorspeise, ein trockener Weisswein zur Hauptspeise – waren trinkbar, nichts überragendes, aber auch nicht schlecht.

Fazit: Wenn man genau weiß, dass man ausschließlich Tapas essen darf, dann kann man sich hier auch ein zweites- oder drtittesmal einfangen lassen. Wenn man aber “etwas Richtiges” essen will, dann sollte man einen weiten Bogen um die Schneider-Wibbel-Gasse machen, denn die Animateure ziehen auf ihren Streifzügen weite Kreise…

Heut’ geht’s mir gut! 😎

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