Kerweaufbau

Manchmal kann es passieren, dass man nur per Zufall auf etwas stößt, was sich im Nachhinein als ganz nett herausstellt. So ging es mir vor Kurzem. Ich war auf dem Rückweg von einem Termin zu meinem Auto in einem kleinen Ort, als ich über den zentralen Marktplatz musste. Dort war man gerade dabei, die Getränkebuden, Zelte und Verkaufsstände für eine Kerwe aufzubauen. Im Hintergund konnte man erkennen, dass die Kinder der Grundschule den Kerwebaum schmückten; die Tatsache, dass man die Kinder komplett mit in das Dorfleben einbezieht und dafür auf einen perfekt geschmückten Baum verzichtet, fand ich sehr schön. Damit können sich alle Kinder und natürlich auch deren Eltern mit dem Baum identifizieren. Es interessierte mich natürlich, wie der Baum am Ende aufgerichtet wird, und da ich noch etwas Zeit hatte, ließ ich mich auf einer Bank nieder und harrte der Dinge, die da kommen.

Irgend jemand fing dann an, einen Bräter aufzubauen, um für die Helfer Würste zu braten. Kaum aber war das Ding heiß, da kamen aus allen Häusern und Seitenstraßen die Einwohner heran, stellten sich in die Schlange vor dem Bräter und setzten sich dann mit einer Wurst in der Hand in das Zelt, in dem dann natürlich auch Schoppen Wein verkauft wurden. Aus dem Aufbau wurde innerhalb kürzester Zeit mit einfachsten Mitteln eine gemütliche Gelegenheit für die Dorfbewohner, miteinander zu quatschen, das Wochenende einzuläuten und den anderen beim Aufbau zuzusehen. Ab und zu wurde dann einer der Zuschauer zum Helfen abkommandiert, aber das hat jeder ohne zu murren mitgemacht. Wie ich es ja auch gemacht hatte.

Was will ich mit dieser Geschichte erzählen? Nun, es muss nicht immer eine durchorganisierte Veranstaltung sein, manchmal reichen auch zwei Holzbretter auf zwei Bierkisten aus, um mit einem Getränk in der Hand einen schönen Abend zu verbringen. Und manchmal ist der Vorabend einer organisierten Veranstaltung geselliger und für das Dorfleben wichtiger als die Veranstaltung, die vorbereitet wird.

Heut’ geht’s mir gut! 😎

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