Wie stellt man Natto her?

Das ist eine gute, aber auch eine einfach zu beantwortende Frage. Zuerst muss man ein grundsätzliches Problem lösen: Wo bekomme ich den Bazillus subtilis natto her, der für die Fermentierung der Bohnen notwendig ist? Einerseits kann man sich einfach eine tiefgefrorene Portion Natto in einem gutsortierten Asia- oder Japanladen kaufen, und davon einen Teil den Bohnen beigeben. Andererseits kann aber auch im Internet ein Starterkit für Natto kaufen (100g rund 15€), Dann ist man auf der sicheren Seite und kann sich jederzeit neues Natto herstellen, auch wenn gerade kein bereits fertiges vorhanden ist.

Natto2

Man braucht folgende Zutaten:

500 gr ganze gelbe oder schwarze Sojabohnen
3 Liter Wasser
1 TL Natto Starterkit oder
1-2 EL fertiges Natto

Die Sojabohnen werden mehrmals unter fließendem Wasser gewaschen, bis sie vollständig sauber sind. Anschließend werden sie in einen Topf gegeben und mit den drei Liter Wasser übergossen. Man braucht diese Menge Wasser, da die Bohnen sehr viel Flüssigkeit aufnehmen. Jetzt lässt man die Bohnen über Nacht einweichen.

Am nächsten Tag erhitzt man den Topf möglichst schnell bis zum Kochen, und schöpft dann während des Kochvorgangs bei knapp 100° Celsius regelmäßig den Schaum sowie die sich lösenden Hüllen ab. Sechs bis sieben Stunden später sind die Bohnen fertig (im Dampftopf geht das 2-3 Stunden). Sie sollten jetzt ganz glatt sein und zwischen zwei Fingern leicht zerdrückt werden können.

Natto1

Man gießt die Bohnen ab und gibt sie in eine Schüssel. Wenn sie eine Temperatur von 40°-50° Celsius erreicht haben, gibt man einen Teelöffel Bazillus subtilis natto aus dem Starterkit darüber (ersatzweise 1-2 EL fertiges Natto), vermischt das Ganze gut und gibt es in einen Topf. Die Bohnen sollten nicht höher als fünf Zentimeter aufgeschichtet sein, sonst verläuft die Fermentierung ungleichmäßig. Man bedeckt die Bohnen mit einem Küchentuch und lässt sie bei 40° für 12 Stunden fermentieren. Bei kürzerer Fermentierung erhält man kürzere Fäden und ein milderes Aroma, bei längerer Fermentierung werden die Fäden länger und der Geschmack originaler.

Natto4

Die Fermentierung lasse ich in einem Topf ablaufen, der die eingestellte Temperatur mit Hilfe eines Thermostats hält, in meinem Fall ist das ein klassischer Einwecktopf.

Anschließend ist das Natto verzehrfertig. Es schmeckt optimal, wenn man es noch 1-3 Tage im Kühlschrank nahe dem Gefrierpunkt reifen lässt.

Guten Appetit!

Heut’ geht’s mir gut! 😎

 

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Tom Kha Gai – thailändische Hühnersuppe

Vor kurzem hatte ich die Freude, ein kleines Fest für rund 70 Personen ausrichten zu dürfen. Da ich keine große Lust hatte, den Nachmittag und Abend über am Grill zu stehen, da ich aber auch keinen Antrieb verspürte, mehrere Tag in der Küche zu verbringen, um ein annehmbares, aus mehreren schmackhaften Bestandteilen bestehendes Buffet zu zaubern, kam ich auf die Idee, eine thailändische Hühnersuppe zu kochen. Da ich diese schon länger nicht mehr gemacht hatte, versuchte ich mich vor der Veranstaltung an einer klassischen und einer schnellen Variante. Hier werde ich zuerst die klassische Variante beschreiben, im Anschluss kommt dann die schnelle. 🙂
Für vier Personen benötigt man folgende Zutaten:

20 cm Gargant, auch als Thai-Ingwer im gutsortierten  Asia-Shop zu finden
10 Kaffern-Limettenblätter
50 ml Limettensaft
1,5 l Hühnerbrühe
600 gr Hühnerbrust
400 gr Champignon und/oder Shitake-Pilze
1 rote Paprika
400 ml Kokos-Paste (das ist die dickere Variante der  Kokosmilch
2 EL Nam Pla (Fischsauce)
1 EL Chili-Öl
1 EL Zucker
2 Stäbe frisches (!) Zitronengras
2 Körner Koriander
1 Bund Korianderblätter
1 Bund Thai-Basilikum
2 frische Chili-Schoten

Das Zitronengras wird gequetscht, der Ingwer fein gerieben. Die Brühe wird mit dem Ingwer, dem Zitronengras und den Limettenblättern in einem großen Topf zum Kochen gebracht. Man reduziert die Hitze und lässt den Ansatz rund 8-10 Minuten köcheln. Anschließend gibt man ihn durch ein Sieb und bringt ihn wieder zum leichten Sieden. Jetzt gibt man die kleingeschnittene Paprika, das gewürfelte Huhn, die Kokospaste sowie das gehackten Thai-Basilikum hinzu und lässt es ziehen, bis das Huhn den gewünschten Garpunkt erreicht hat. Die Suppe wird mit dem Chiliöl, der Fischsuppe sowie Zucker und Salz abgeschmeckt.

Die Korianderblätter werden gehackt, der Chili in feine Ringe geschnitten. Da diese nicht unbedingt nach jedermann Geschmack sind, werden sie in kleinen Schalen zum Essen gereicht, aus denen sich jeder selbst bedienen kann.

Guten Appetit.

Und jetzt zur schnellen Variante: Im gutsortierten Asiashop oder auch bei HIT, Rewe und anderen Lebensmittelläden gibt es eine fertige Tom Kha Gai-Paste, die mit Wasser und Kokospaste aufgefüllt wird. Huhn und Paprika dazu, nach Gusto würzen und – hoppla! – fertig ist die Suppe. Für 70 Portionen wahrlich schneller als die handgemachte Version. 🙂

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Heut’ geht’s mir gut! 😎

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Okinii – Düsseldorf – Quickie

Wenn die Umsetzung nicht stimmt, kann das Konzept noch so gut sein, der erwartungsvolle Besucher muss enttäuscht sein. So ging es auch mir bei meinen beiden Besuchen im Okinii in Düsseldorf.

Das Restaurant basiert auf einem einfachen Konzept: Man bezahlt einen Einmalbetrag für das Essen und kann sich an einem iPad jede Viertelstunde maximal fünf Gerichte auswählen. Diese Auswahl wird als Bestellung direkt in die Küche bzw. an die Bar geschickt (Getränke können jederzeit bestellt werden) und sofort ausgeführt. Um es kurz zu machen: Das Konzept ist stimmig, und wenn man nicht alleine dort ist, dann passt auch das Minimum-Limit von 15 Minuten zwischen zwei Bestellungen. Wenn man allerdings alleine isst, hat man ein Problem, denn so langsam kann man sein Essen nicht verzehren. Selbst die aufpreispflichtigen Speisen können nur im 15-Minuten-Rhythmus bestellt werden. Unangenehm ist auch, dass man alles aufgegessen haben muss, bevor man etwas Neues bekommt. Eine Miso-Suppe aber schlürfe ich das ganze Essen durch, die möchte ich nicht einfach so trinken. Richtig störend ist, dass die einzelnen Speisen dann gebracht werden, wenn sie in der Küche fertig werden. Das hat zur Folge, dass durch das Bedienpersonal extrem viel Bewegung herrscht, was die ansonsten nette Loungeatmosphäre doch stark trübt. Dass es in der Umsetzung des Konzepts noch hapert zeigt sich daran, dass mein zweiter bestellter Sake nicht geliefert wurde, sich trotzdem aber auf der Rechnung befand.

Zum Essen: Die Suppe war in Ordnung, auch das Sashimi hat gepasst, nur werden die einzelnen Stücke viel zu groß geschnitten. Der Reis der Sushiportionen aber war schon angetrocknet, das Tempura – normalerweise eine Delikatesse – zeigte sich hier als einfache, frittierte, unschön gestaltete Gemüsestücke. Und dummerweise haben diese auch noch nach zu lange verwendetem Frittierfett geschmeckt. An beiden Abenden, es war also kein Einzelfall.

Mein Fazit? Ich werde sicher einige Zeit ins Land gehen lassen, bis ich noch einmal ins Okinii gehe. Denn fünfzig Euro ist ein solches Erlebnis sicher nicht wert (1 Essen, 1 Sashimi, 1 Sake, 2 Weizen).

Heut’ geht’s mir gut! 😎

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Eine schnelle Rouille

Am Sonntag Abend gab es bei uns eine Bouillabaisse, und zu einer guten Bouillabaisse gehört eine Rouille. Normalerweise mache ich die mit Ei und Olivenöl, doch irgendwie hat mir jemand alle Eier aus dem Kühlschrank geklaut, um sie zu Muffins zu verarbeiten. 🙂

Also blieb mir nichts anderes übrig, als ein wenig zu improvisieren, und das ist dabei herausgekommen. Man benötigt:

150gr mehlig kochende Kartoffeln
1 rote Paprika
4-5 Knoblauchzehen
2 EL Zitronensaft
2 EL Mayonaisse
1 MS Safran
1 TL Chiliflocken
Pfeffer und Salz

Die Kartoffeln werden geschält, gewürfelt und in Salzwasser weich gekocht. Die Paprika wird von der Schale befreit (entweder klassisch im Backofen oder – wenn es schnell gehen soll – mit dem Sparschäler), die Knoblauchzehen werden klein gewürfelt. Die Paprika wird zusammen mit dem Knoblauch, den Chiliflocken, der Mayonaisse und dem Zitronensaft mit dem Zauberstab püriert, die Kartoffeln werden im Mörser zerrieben und zusammen mit dem Safran zu der Masse gegeben. Man kann natürlich die Kartoffeln auch mit dem Zauberstab pürieren, allerdings wird die Rouille dann leicht etwas klebrig, die Kartoffelstärke bewirkt, dass man Fäden ziehen kann. 🙁

Falls die Konsistenz nicht passt kann man etwas Fischfond dazu geben. Jetzt muss man die Rouille nur noch mit Salz und Pfeffer abschmecken und in der Bouillabaisse genießen. 🙂
Rouille01

Guten Appetit!

Heut’ geht’s mir gut! 😎

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Pulled Pork in Gravy – Quickie

Vor kurzem habe ich ja über die bombastische Schweineschulter berichtet, die ich zu pulled pork verarbeitet habe. Damals habe ich ja auch geschrieben, dass es vielfältige Möglichkeiten gibt, das Schweinefleisch weiter zu verarbeiten. Eine davon will ich hier darstellen.

Wenn es einmal richtig schnell gehen muss, dann kann man sich mit einem eingefrorenen Rest pulled pork ein schnelles, schmackhaftes Essen zubereiten. Das Fleisch wird aufgetaut (ich packe es dazu bei 100° in den Backofen, man kann den Behälter aber genau so gut auch in warmes Wasser geben. Das Auftauen in der Microwelle kann ich nicht empfehlen, dann wird das Fleisch trocken, selbst wenn es in seinem eigenen Saft schwimmt).

Parallel dazu bereitet man aus 50gr Butter und einem Esslöffel Mehl eine Mehlschwitze zu, die mit etwas Weißwein abgelöscht und mit Milch aufgefüllt wird, bis eine schöne Konsistenz erreicht ist. Wichtig ist, dass man diese Sauce jetzt rund 20 Minuten köcheln lässt, um den Mehlgeschmack wegzubekommen. Ich habe vor dem Abschmecken etwas von der BBQ-Sauce und dann das aufgetaute pulled pork hineingegeben.

01SchweinInGravy

Jetzt noch kurz die Konsistenz nach Geschmack anpassen, abschmecken und dann zusammen mit Kohlsalat und Kartoffelbrei servieren. Guten Appetit!

Heut geht’s mir gut! 😎

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Willies und Jakobs Kirschsahnetorte

In letzter Zeit erhalte ich immer öfter Anfragen von mir Unbekannten, die gerne Artikel veröffentlichen möchten. Sozusagen als Gastbeitrag. Hintergrund ist natürlich immer das Anpreisen von Artikeln oder das Anbringen von Links auf andere Seiten. Da dieser Blog werbefrei ist und auch bleiben soll habe ich diese Anfragen bisher immer abgelehnt.

Etwas anders verhält es sich mit diesem und später folgenden Beiträgen, die die Arbeiten einer jungen Freundin darstellen. Diese Einträge werden auf einer eigenen Seite (“Willie’s Ecke”) zu finden sein.

Als ersten Beitrag findet man hier “Willies und Jakobs Kirschsahnetorte”. Viel Spaß damit und guten Appetit!

Damit man nicht während des Films mitschreiben muss habe ich hier die Zutaten aufgeführt. Man braucht:

250gr Butter
250gr Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
4 Eier
500gr Mehl
500ml Sahne
650gr Kirschen (2 Gläser)
zum Verzieren
1 Dose Sprühsahne
(na ja, die kann man auch selbst schlagen 🙂 )
150gr Kuvertüre

 

Kirschsahnetorte


Heut' geht's mir gut! 😎

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Mousse au Chocolat

Es gibt viele verschiedene Methoden, eine Mousse au Chocolat herzustellen. Prinzipiell unterscheiden sie sich in der Menge Butter, die darin verarbeitet wird. Das – meiner Ansicht nach – Beste kommt von Bocuse, dieses besteht fast ausschließlich aus Butter. 🙂 Für manche Situationen aber braucht man eine Mousse, die leichter ist, die wärmebeständig ist und auch mit anderen Dingen kombiniert werden kann. Ein Rezept für eine solche “leichte” Mousse habe ich hier aufgeführt.

Man braucht:

2 Tafeln 80-90%ige Schokolade
4 Eier
50 gr Zucker
2 EL Wasser
2 EL Orangenlikör oder Minzlikör oder Whiskey

Zuerst wird die Schokolade zerkleinert und im Wasserbad geschmolzen. Sobald alles flüssig ist, stellt man die Schüssel beiseite, um den Inhalt abkühlen zu lassen.

04SchokoladeGeschmolzen Jetzt werden die vier Eier getrennt und der Eischnee sehr steif geschlagen.

01EischneeDie Sahne wird ebenfalls möglichst steif geschlagen. Die Produktion von Butter sollte man allerdings vermeiden. 😉

03SahneDie Eigelb werden zusammen mit dem Zucker, dem Wasser und dem Likör warm/kalt geschlagen, bis der Zucker aufgelöst ist und die Masse Blasen schlägt.

05EigelbSchaumigIm Folgenden muss man sehr zügig arbeiten, da sonst die Masse sehr zäh wird: In die aufgeschlagenen Eigelb rührt man die abgekühlte, aber noch flüssige Schokolade ein,

06EigelbSchokound hebt schnellstmöglich den Eischnee unter. Wenn man hier zu lange wartet, hat man einen zähen Klumpen Schokoladencreme…

07EigelbSchokoNach dem Eischnee wird jetzt die Sahne untergehoben

08EigelbSchokoEischneealles schön glatt gerührt und in eine kalte Schüssel gegeben.

09Fertig!Diese stellt man jetzt für mindestens vier Stunden, besser jedoch über Nacht in die Kühlung. Vor dem Servieren lässt man die Mousse mindestens 2 Stunden temperieren. Mit diesem Temperaturwechsel erreicht man eine wunderbar seidige Struktur.

Ich serviere diese Mousse im Allgemeinen auf einem Spiegel von Rote Grütze, garniert mit etwas geschlagener Sahne. Leider habe ich derzeit kein Photo davon…

Guten Appetit!

Heut’ geht’s mir gut! 😎

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Eine einfache Rote Grütze

Vor Kurzem wollte ich einmal zu einer Mousse au Chocolat eine Rote Grütze anbieten. Leider aber bekam ich weder auf dem Markt noch bei meinem Gemüsehändler die benötigten Zutaten. Daraufhin griff ich zu einer kleinen List: Ich ging in den Supermarkt und besorgte mir dort die benötigten Ingredienzen.

Man braucht:

1kg gemischte Beeren
1 l Traubensaft
70 gr Zucker (mehr, wenn die Beeren zu wenig Eigengeschmack haben)
2 Zitronen, den Saft davon
5 EL Speisestärke

Da auch der Supermarkt keine schönen Beeren hatte (na ja, es war ja schließlich auch Ende Dezember… 🙂 ) holte ich mir aus der Tiefkühltruhe eine gefrorene Mischung von Waldbeeren. Diese werden in eine Schüssel gegeben, um aufzutauen. 11Beeren

Sobald der Großteil der Beeren nicht mehr gefroren ist, gibt man einige Esslöffel des Traubensafts in eine kleine Schüssel und bringt den Rest des Safts mit dem Zucker sowie dem Zitronensaft zum Kochen.

13SaftZucker

Wenn der Saft kocht, werden die Beeren hineingegeben.

14SaftZuckerBeeren

In die kleine Schüssel mit dem Saft gibt man die Speisestärke und verrührt sie gut.

12StärkeSaftSobald die Saft/Beerenmischung wieder kocht gibt  man die Speisestärke hinzu und lässt das Ganze dann zwei bis drei Minuten kochen.

Die so entstandene Rote Grütze wird in eine Schüssel gegeben und kalt gestellt. Diese kann jetzt mit Vanillesauce gegessen oder als Spiegel unter einer Mousse au Chocolat eingesetzt werden. Guten Appetit!

Heut’ geht’s mir gut! 😎

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Das Valentinstagsmenü im Admiral – Weisenheim am Berg

Was unternimmt man am Valentinstag, wenn man etwas Besonderes vorhat? Man schaut sich um, was die verschiedenen Etablissements in der Region zu bieten haben, und sucht sich das aus, das einem am meisten zusagt. Ich habe den Admiral gewählt, da mir das Ambiente und das angebotene Menü am Besten gefielen.

Monika Rupprecht gibt sich ja immer viel Mühe mit der Ausgestaltung des Restaurants, und auch an diesen Valentinstag werden meine Erwartungen voll erfüllt:  00ValentinsDeko

Die klassische Farbe der Liebe – ROT – bestimmt die Einrichtung, dezent sind Rosen und Herzen platziert, und Kerzen vervollständigen die Dekoration, die insgesamt die richtige Stimmung hervorruft.

Zu dieser Stimmung passt das von Alexander Hundt hervorragend zusammengestellte Menü:

Amuse Bouche

Blutwurst und Jakobsmuschel
Spinatsalat und Sprossen

Feldsalatrahmsuppe mit Balsamico
Ravioli und Kartoffeln

Gratiniertes Rindermedaillon und gebratene Garnele
Sellerie x 2
Bamberger Hörnchen

Lauwarmes Schokoladentörtchen
geeistes Schokoladenparfait
Blutorange und Granatapfel

Verschiedene Rohmilchkäse

Beginnen wie am Anfang, beim Amuse Bouche. Wir befinden uns ja in der Pfalz, also darf ein Zitat der hiesigen Speisen nicht fehlen. Der Gaumenschmeichler erweist sich als gebratener Saumagen auf Rahmsauerkraut mit Tomatenstückchen. Wenn etwas auf die Genüsse des Abends vorbereitet, dann diese Kombination! 01AmuseBouche

Der Saumagen wunderbar pfeffrig gewürzt, das Rahmsauerkraut mit dem richtigen Biss und einer sehr schönen Säure, und die Tomaten als fast schon süßer Gegenpol dazu. Einfach grandios.

Weiter geht es mit der Vorspeise. Gebratene Blutwurst auf Spinatsalat und ganz kurz angegarte Jakobsmuscheln auf Sprossen. Surf & Turf Teil 1. Der Spinat ist richtig knackig, die Blutwurst darauf genau so gebraten, dass sie heiß ist, dass sie aber ihre bissfeste Konsistenz behalten hat. Die Jakobsmuscheln auf den Sprossen kommen hervorragend dagegen an, auch hier wird die Essenz des jeweiligen Geschmacks wunderbar herausgearbeitet. Diesen Gang gibt es in der normalen Portionsgröße

02Blutwurst

und in der Größe für die Leute, die nicht so gerne Grünes essen. 🙂

03Blutwurst

Die unscheinbaren roten Fäden auf dem Gericht haben sich übrigens nicht als Safran oder Chili herausgestellt, es handelt sich um Sprossen der Rote Beete, die einen wunderbar erdigen Geschmack einbringen.

Auf diesen Gang folgt die “Feldsalatrahmsuppe mit Balsamico, Ravioli und Kartoffeln”.

04Suppe

Ich bin ehrlich: EIne Feldsalatrahmsuppe habe ich noch nie gegessen, und eine solche Komposition ist mir auch noch nie untergekommen. Aber sie ist stimmig! Mit ganz leichten Bitternoten, der Süße des Balsamico, dem kräftigen Geschmack angebratener Kartoffeln und den feinen Ravioli bringt sie mit jedem Löffel neue geschmackliche Überraschungen. Und eine optische Überraschung hat sie auch noch zu bieten. Wer findet sie? 🙂

Nach einer kurzen Pause kommt dann der Hauptgang, Surf & Turf Teil 2 oder “Gratiniertes Rindermedaillon und gebratene Garnele, Sellerie x 2, Bamberger Hörnchen”.

05Surf&Turf

Als Besonderheit stellt sich das Medaillon heraus, die dunkle Farbe kommt nicht durch intensives Anbraten, sondern durch eine Gewürzmischung. Das Ergebnis nennt sich dann “blackened”. In der Gewürzmischung ist neben leicht scharfen Bestandteilen auch Anis enthalten, der dem Ganzen eine süßliche Richtung gibt. Wir bestellen das Fleisch so, dass es “nur ganz kurz der Pfanne gezeigt” wird, und dieser Wunsch wird auch erfüllt: Genau richtig temperiert, wunderbar gebraten kommt es daher. Und als Gegenpol die Garnelen, so abgeschmeckt, dass man das Meer riechen kann. Dazwischen tummeln sich die Bamberger Hörnchen. In Summe ist dieser Gang einfach wunderbar rund.

Als Abschluss des Abends haben wir uns zu zwei verschiedenen Speisen entschlossen. Im Rahmen des Menüs wird ein “Lauwarmes Schokoladentörtchen, ein geeistes Schokoladenparfait, begleitet von Blutorange und Granatapfel” angeboten.

06Nachspeise

Dieser Gang hält, was er verspricht: Schokolade in zweierlei Form, als warmes Törtchen sowie als Parfait, verbunden durch Blutorange und Granatapfelkerne.

Und weil halt Süßspeisen nicht bei allen ankommen haben wir eine “Auswahl von Rohmilchkäse” gewählt.

07Kaese

Getrunken haben wir einen 2011er Chardonnay Schlossberg vom Weingut Ludi Neiss. Zur Hauptspeise sowie zum Käse gab es eine Cuvee von Knipser, zur Nachspeise wurde ein Ortega gereicht, dessen Herkunft ich leider nicht in Erfahrung gebracht habe.

Mein Fazit? Auch an diesem speziellen Abend war der Admiral eine Reise und Reservierung wert, und dass ich mit meinem Eindruck nicht ganz alleine stehe sieht man daran, dass der Admiral für das Jahr 2013 auch vom Feinschmecker ausgezeichnet wurde.

08Auszeichnung

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Amalfi – Dinkelsbühl

Im Sommer 2012 habe ich kurz entschlossen eine kleine Bayern-Rundreise gemacht, und dabei kam ich unter anderem auch in dem malerischen Mittelalterstädtchen Dinkelsbühl vorbei.

00-Dinkelsbühl

Ich muss gestehen, dass ich Dinkelsbühl bisher nicht gekannt habe. Und ich muss gestehen, dass das eine Bildungslücke ist. Ich kenne wenige Städte, die sich so konsequent auf die eigene Vergangenheit besonnen haben wie Dinkelsbühl. So gibt es keinerlei Drähte oder Kabel, die über die Straße gespannt sind, es gibt nur eine sehr rudimentäre Straßenbeleuchtung, moderne Accessoires wie Antennen oder Satellitenschüsseln sind nicht zu sehen, und auch Leuchtreklamen an den Häuser fehlen komplett. Statt dessen sind alle Häuser im historischen Kern in alten Farben gestrichen, und die Funktion eines Ladens ist nur durch eine entsprechende Beschriftung ersichtlich. Mir hat es gefallen, vor allem, wenn man diese Kulisse bei Nacht erleben kann.

Nachdem ich mir die Stadt angesehen hatte, überkam mich ein kleines Hungergefühl. Nach längerer Suche nach einem ansprechenden Restaurant bin ich im “Amalfi” hängengeblieben, einem Italiener, der nicht nur die üblichen Pizzen und Pasta, sondern auch schöne Speisen im Angebot hat.

Als Vorspeise wählte ich mir Panzerotti. Dies sind eigentlich kleine Brot- oder Pizzateigtaschen, fast vergleichbar mit kleinen Calzoni, man kann sie auch als frittierte Ravioli mit Käsefüllung bezeichnen.

01-Panzerotti

Hier kamen sie nur ganz kurz frittiert daher, so das sie eher als Ravioli oder Schlutzkrapfen zu bezeichnen waren, sie waren jedoch extrem schmackhaft. Als Sauce gabe es eine nussige Käsecreme, die die Füllung der Panzerotti wunderbar unterstützten.

Als Hauptspeise gab es Fisch, ein Duet vom Seeteufel und Garnelen, begleitet von einer Tomatensauce mit Baby-Oktopus.

02-DuettoSeeteufelGarnelen

Ein sehr stimmiges Ensemble, der Seeteufel war zwar etwas zu lange in der Sauce gelegen und dadurch etwas zu weit gegart, er war allerdings noch nicht ausgetrocknet.

Begletet wurde dieser Gang durch ein sehr schönes, luftiges, hausgemachtes Focaccia.

Dadurch, dass die Altstadt Dinkelsbühl zwar nicht autofrei ist, aber stark einer Fußgängerzone gleicht, konnte man unproblematisch direkt am Straßenrand sitzen. Ich hätte das in keiner anderen Stadt probiert.

Mein Fazit: Das Amalfi lohnt einen Besuch. Punkt.

99Infos

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